#42 Zwischen Auftragszettel, TI und Hightech – ZTM Nikolas Bär zur modernen Laborführung
Shownotes
Wie er die Leidenschaft für Lean Management entdeckt und sogar eine eigene Laborsoftware entwickelt hat, wie sein Vater und er das neue Labor geplant haben und wie moderne Labororganisation heute laufen kann – darüber spricht der junge Zahntechnikermeister Nikolas Bär in dieser Folge von „Dental Minds“. Er ist überzeugt: Wer mit offenen Augen durch sein Labor geht, den Status quo infrage stellt, wird immer wieder Optimierungsbedarf entdecken.
SHOWNOTES
• Beitrag zu Lean Management und Laborführung aus der Quintessenz Zahntechnik 6/2026
• Plattform DentalHead
• Kontakt zum Labor Dentalstudio Sankt Augustin
• Laborporträt bei Quintessence News
Nikolas Bär hat das Zahntechnikerhandwerk im Dentallabor seines Vaters German Bär in Sankt Augustin erlernt und die Meisterschule in Köln im Jahr 2019 (wie schon die Ausbildung 2016) mit Auszeichnung als Jahrgangsbester absolviert. Seit 2019 war er Laborleiter, seit 2024 ist er geschäftsführender Gesellschafter der Dentalstudio Sankt Augustin GmbH. Seit 2017 ist Nikolas Bär als Referent im In- und Ausland und als Autor von Fachbeiträgen aktiv. 2025 gründete er mit Zahntechnikermeister Tom Rebbe „DentalHead“ für die Vermarktung ihrer Softwareplattform für die strukturierte Kommunikation von Dentallabor und Zahnarztpraxis.
Dr. Marion Marschall ist seit 1998 als Fachredakteurin und Chefredakteurin in der dentalen Welt unterwegs und seit 2018 Chefredakteurin von „Quintessence News“.
Dr. Karl-Heinz Schnieder ist seit 1994 als Anwalt tätig und Fachanwalt für Medizinrecht, Mediator, Autor, Referent und Partner der auf Heilberufe spezialisierten Kanzlei KWM Law in Münster. Er hat auch das Konzept der Gesundheitsregionen entwickelt.
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Transkript anzeigen
00:00:03: Wenn man mal mit offenen Augen durchs Labor geht und einfach sich mal wirklich Prozesse anschaut, schaut sich an was läuft gut?
00:00:10: Was läuft nicht gut.
00:00:11: Dann wird erschrocken sein wie viel Optimierungsbedarf da ist oder wie viele einem da auffällt.
00:00:19: Aus dieser Plattform heraus oder aus diesem Formular heraus ist dann weiterhin mehr entstanden.
00:00:23: also das heißt mittlerweile können unsere Praxen-Botenfahrer darüber buchen, Kostenvorenschläge senden, Scans senden Material oder Artikulator ausleihen Bilder übermitteln, über Smartphone dann ganz smart und das habe ich bei uns im Labor eingeführt.
00:00:42: Das benutzen wir über siebzig Prozent unserer Praxen regelmäßig.
00:00:47: Herzlich willkommen zu Dental Minds dem Infopodcast für Zahnarztpraxis & Labor mit Marion Marschall
00:00:56: und
00:00:56: Karl-Heinz Schneider.
00:01:01: die Fachredakteurin und der Fachanwalt diskutieren Themen und Trends für Praxis und Labor und verhelfen ihnen zu mehr Durchblick im Dentalmarkt.
00:01:12: Verlassen Sie sich drauf!
00:01:18: Hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast, wir sind Karl-Hein Schneider...
00:01:23: ...und Marion Marshall
00:01:24: Und wir nehmen für sie jeden Monat Themen und Trends unter die Lupe, die für sie in der Zahnarztpraxis und dem Dentalabor wichtig sind oder werden könnten.
00:01:33: Eins ist klar, Zahntechniker können Digitalisierung.
00:01:36: Fast alle gewerblichen Dentalabore nutzen heute digitale Technologien in der Herstellung von Prothetik von der Planung bis zum Fresendrucken oder Lesersintern.
00:01:45: Da haben sich die unterschiedlichsten Wege ergeben und mit allem Inhausfertigung, mit der Nutzung von Fertigungs- und Designservices, von anderen Laboren oder von der Industrie oder auch mit der Anbindung an Laborgenossenschaften oder
00:01:55: Verbünde.".
00:01:57: Damit sind Sie in diesem Bereich zu einem wichtigen Partner für Zahnarztpraxen geworden?
00:02:03: Aber wenn man mit Laboren spricht und Labore besucht, dann stellt man oft fest – die Digitalisierung die digitalen Workflows, gibt es für das Produkt für die Prothetik.
00:02:13: Aber für die organisatorische und betriebswirtschaftliche Laborführung für die Kommunikation mit den Kundinnen und Kunden ist das oft nicht so aufgestellt und unstrukturiert von Auftragssättel in Papierform über Kommunikations per WhatsApp und diverse Clouds bis hin zum guten alten Fax da es vieles zu finden Und da lassen Labore mitunter auch viel Geld liegen.
00:02:37: Ja, es gibt so da den Satz eines alten Zahntechnikermeisters der immer gesagt hat.
00:02:41: Wenn die Labore ihre Arbeit organisieren würden können sie bis zu zwanzig Prozent Wirtschaftlichkeit heben und ich glaube das gilt bei vielen heute auch immer noch.
00:02:49: in unserem Sommer Special im August ging es ja schon um die Situation der gewerblichen Labor- und Laborabgabe und Existenzgründung.
00:02:55: Heute haben wir nun einen jungen Zahntechniker zugast Der Geschäftsführer eines solchen modernen großen Labors ist Und er sich sehr intensiv gerade auch mit den Fragen der Labororganisation befasst.
00:03:06: Viele werden ihn von Veranstaltungen kennen, denn er ist auch ein gefragter Referent nicht nur zu diesem Thema.
00:03:11: Die Zahntechnik ist sozusagen Familienbusiness, denn unser heutiger Gast ist in das Labor seines Vaters eingestiegen.
00:03:17: Herzlich willkommen Nikolas Bär!
00:03:19: Hallo zusammen ich freue mich sehr hierhin zu dürfen.
00:03:21: Lieber Herr Bär-Marion hatte schon gesagt Ich komme aktuell ziemlich viel mit Zahntechnikern und Laborinhabern zusammen und schaue in viele Labore hinein.
00:03:30: Dabei bin ich immer wieder fasziniert von der Begeisterung für dieses Handwerk und die Offenheit und Neugier gegenüber den neuen Technologien und Materialien.
00:03:38: Auch wenn viele Zahntechniker und Labore da in den vergangenen dreißig Jahren viel Lehrgeld im wahrsten Sinne des Wortes zahlen mussten, und ja – die Zahntechnik auch einen gewaltigen Wandel bei Fertigung und Materialie durchlaufen hat!
00:03:53: Was sich dagegen irgendwie scheinbar nicht verändert hat ist die eigentliche Laborführung.
00:03:58: Wie strukturiert man die Arbeit?
00:03:59: Wie nimmt man die Aufträge entgegen, wie berechnet man Bearbeitungszeiten kommuniziert mit den Mitarbeitenden und am Ende auch mit den Kunden.
00:04:09: Auch die ganzen betriebswirtschaftlichen Fragen laufen da so nebenbei oft ohne echte Steuerung.
00:04:16: das ist ja auch in vielen anderen Handwerksbetrieben oft noch so.
00:04:19: Das macht aber die Laborübernahme auch für potenzielle Übernehmer.
00:04:23: Und wir alle wissen, wie schwer das im Moment in der Zeit ist überhaupt noch motivierte Übernehmer zu finden durchaus weniger attraktiv.
00:04:31: Sie sind ein junger Zahntechnikermeister.
00:04:33: Wie erleben sie das?
00:04:35: Also ich denke den meisten Laboren es so wie es auch bei uns war man hat irgendwann gestartet als kleines Labor vielleicht alleine vielleicht mit dem kleinen Team und dann funktionieren Prozesse beziehungsweise auch nicht vorhandene Prozesse, einfach durch die Kompensation jedes Einzelnen.
00:04:51: Aber ab einer gewissen Größe sobald es anfängt zu wachsen dann werden Prozeste nötig.
00:04:56: und dann merkt man auch wenn fehlende Struktur vorhanden ist, wenn keine Prozese definiert wurden.
00:05:02: So war's bei uns.
00:05:03: wir sind als kleines Team gestartet immer weitergewachsen und haben dann irgendwann so ein Schwellenwert überschritten.
00:05:11: das war so mit sechs Mitarbeitern, als wir dann größer wurden.
00:05:14: Wo wir gemerkt haben, Prozesse laufen nicht mehr so rund und man ist immer in diesem Atokmanagement gefangen.
00:05:22: Es ist ein Teufelskreis an Organisationen beziehungsweise an fehlender Organisation.
00:05:26: Man hat Arbeit, man hat Baustellen oder Brande an allen Stellen aber gar nicht die Zeit sich dem zu widmen um darauszukommen.
00:05:34: das ist so die Crux und das Thema wo ich mich die letzten Jahre damit beschäftigt habe
00:05:40: Welche Rolle spielen diese Themen in der Ausbildung zum Zahntechniker und auch in der Meisterausbildung?
00:05:45: Tatsächlich, in der aus Bildung habe ich – und ich glaube es geht vielen zahlt sich an so nicht wirklich große Berührungspunkte mit dem Thema Organisationen und Strukturbildungen gemacht.
00:05:57: Und wie bekommt man dieses Wissen vermittelt?
00:05:59: so in der Labororganisation?
00:06:01: In den Abläufen muss ja die Mitarbeitende mitnehmen.
00:06:05: Das ist richtig!
00:06:06: Tatsächlich ist es auch so, dass auf Vorbildungen häufig das Thema Zahntechnik beleuchtet wird.
00:06:10: Digitalisierung, digitale Fertigung aber also das Thema Organisation und Prozessoptimierung Das ist etwas was eigentlich gar nicht so anklang findet Was ich gar nicht wirklich nachvollziehen kann weil es ist ein wirklich extrem essenzielles thema.
00:06:23: Und gerade für die zukunft ist es das was wir uns vor Augen halten müssen wo wir Prozesse verbessern müssen.
00:06:32: Es wird immer mehr Wir haben immer mehr Arbeit verschiedene Fertigungskanäle, also nicht nur Eingangsquellen verschiedene sondern halt auch einfach Fertigungsverfahren.
00:06:42: Und da wird es wichtig Strukturen zu bilden und das findet aktuell noch in einer eigenen Regie statt beziehungsweise autodidaktisch.
00:06:53: Da müsste eigentlich dass in den Meisterschulen, in den Berufsschulen viel stärker aufgegriffen werden aber natürlich im Kontext von Veranstaltungen.
00:07:03: Man merkt, so langsam verändert sich da ein bisschen was.
00:07:06: Dass die Konkretse nicht mehr rein nur zahntechniklastig sind sondern dass es auch damit um das Thema Persönlichkeitsentwicklung geht.
00:07:13: Mindset aber halt auch diese Strukturbildung.
00:07:16: und da bin ich damals für mich auf das Thema Lean Management gestoßen und habe mich so ein bisschen in das Thema verliebt weil mir das so einen roten Faden gegeben hat um zu verstehen wie funktioniert Struktur?
00:07:28: Und wie kann auch eine Kultur und die gehört auch immer dazu also Struktur und Organisation ist auch für mich ein großes Kulturthema.
00:07:36: Wie kann man das gestalten?
00:07:39: Jetzt schauen wir mal auf die Regulatorik ein wenig, der Gesetzgeber tut ja ein Übriges in dem er eben die Fragen der Regulatorik immer weiter verschärft.
00:07:47: Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit spielt eine große Rolle.
00:07:51: Und dass alles neben den technischen Workflows – wie organisiert man das?
00:07:56: Das organisatorische Thema ist immer weiter gewachsen.
00:08:01: Eine große Herausforderung, auch gerade für kleine Labore das zu stemmen.
00:08:07: Wie soll man es beantworten?
00:08:07: Es ist natürlich wirklich herausfordernd, das Ganze noch zu der Zahntechnik und das wird ja nicht weniger unter einen Hut zu bekommen!
00:08:15: Also ich erlebte es ja immer bei den Fragen der Laborübertragung, dass viele interessierte junge Zeintechniker Meisterinnen und Meister sich gerne in die Frage der Technik hineinstürzen und das mit großem Engagement machen.
00:08:27: Sie schrecken zurück vor den Fragen dieser Labororganisation, vor der Frage der gesamten Verwaltung auch.
00:08:34: Und jetzt ist es bei Ihnen ein bisschen anders gelaufen?
00:08:38: Wann haben Sie denn Ihr besonderes Interesse für das Thema Struktur, Labororganizationen und all diese Fragen entdeckt?
00:08:44: Das war relativ früh.
00:08:46: Ich habe damals die Ausbildung bei meinem Vater im Labor gemacht, damals in den Jahr zwölf waren wir noch ein relativ kleines Team.
00:08:52: und als wir größer wurden hab ich gemerkt wie eingangs erzählt dass die Prozesse immer holpriger wurde, immer mehr ins Schocken gerieten.
00:09:03: und mein Vater ist kein sonderlich organisierter Mensch und ich bin auch kein sonderdich organisierender Mensch.
00:09:08: Wir sind beide ein siches Zahntechniker und ich denke das gibt vielen.
00:09:12: wir haben die Leidenschaft fürs Handwerk Aber wie Strukturen, Prozesse, Routinen zu bilden.
00:09:19: Das ist gar nicht das was eigentlich in unserer Natur liegt und ich glaube es ist auch so ein zartächtiger Ding.
00:09:24: aber das ist halt unglaublich essentiell.
00:09:26: Und aus dieser Note heraus habe ich damals halt dieser Kenntnis gehabt und hat mich dann halt intensiv mit diesem Thema Lean Management beschäftigt und hab dann versucht im Labor zusammen mit unseren Technikern und unserem Team halt Prozeste zu definieren die dann nach und nach halt dann zustandards wurden.
00:09:43: Das ist glaube ich das Ding.
00:09:44: also man muss sich wirklich hinsetzen, gemeinsam im Team und einfach mal von außen auf die Prozesse schauen.
00:09:50: Und die dann definieren.
00:09:52: dazu gehört auch eine positive Fehler Kultur.
00:09:55: wir machen zum Beispiel so weil es schwierig wenn man sagt okay Ich will jetzt Struktur in den Laden bringen wo fängt man an?
00:10:02: Und meistens da wo Fehler passieren kann man direkt einsteigen.
00:10:07: Also ein Beispiel zum Beispiel bei uns war's so dass Fahrer, Botenfahrer zum Teil arbeiten in falschen Praxen abgegeben haben.
00:10:15: So ein aktuelles Beispiel oder relativ aktuell und dann anstatt da irgendwie groß den Schuldigen zu suchen, haben wir erstmal versucht die Ursache zu finden und haben überlegt wie können wir eine Lösung finden?
00:10:29: Und die Lösung war am Ende ganz einfach aus unserem Labor-Sitzungssystem also wir nutzen Datex haben wir diese Labels vorne Die den Patientennamen quasi zeigen einfach doppelt ausgedruckt und haben dann, wenn die Arbeit rausgeht, einfach quasi die nach Vierblatt genommen liefert Schein.
00:10:44: Und haben dann diese Aufkleber aufgeklebt so dass der Botenfahrer von der Praxis das ganze gegenchecken könnte.
00:10:52: Ein ganz einfaches System hat uns nicht viel Zeit gekostet das zu implementieren und hat nachhaltig diese Problematik verbessert.
00:11:01: So muss man ran!
00:11:02: Man hat so häufig, dass irgendwelche Dinge schief laufen täglich Und man nimmt die hin, man ärgert sich darüber und nimmt sie hin.
00:11:09: Und irgendwann haben wir halt diesen Weg oder dieses Erkenntnis gehabt – das ist auch ein Reife-Prozess gewesen – zu sagen okay Fehler es passiert.
00:11:18: Ich ärgere mich nicht über den Fehler sondern ich freue mich vielleicht sogar bei den Fehler weil der ist eine Chance besser zu werden.
00:11:24: und dann finden wir eine Lösung definierende Lösungen.
00:11:27: und wenn die Leute damit ziehen und auch die Lösenvorschläge aus den eigenen Reihen kommen, dann ist die Akzeptanz auch noch ganz andere und da läuft das auch
00:11:35: Fehler als Lerngeschenke.
00:11:36: Das ist auch so ein Thema, das war mal auf einem Kongressbegriff und das finde ich auch ganz gut.
00:11:42: also ganz gute Ansätze damit umzugehen und nicht mit schimpfen oder vorwürfen.
00:11:47: Jetzt hatten sie ja die große Chance alles was Sie sich dann angeeignet haben und was ihr arbeitet haben nochmal neu umzusetzen.
00:11:53: denn Ihr Vater hat mit Ihnen zusammen vor einigen Jahren den Schritt gewagt und es ist eine ganz neues Labor umgezogen in ein ganz neues und eigens auch für dieses labor gebaute Gebäude.
00:12:02: Sie waren damals ja auch noch recht junge Zahntechnikermeister und das neue Labor ist nun sehr strukturiert aufgebaut, noch zukunftsorientiert.
00:12:09: Und vor allen Dingen mitarbeiterfreundlich.
00:12:12: Wie haben sie das denn gemeinsam aufgestellt?
00:12:13: Was war Ihnen wichtig und welche Bereiche hat Ihnen Ihr Vater vielleicht dabei auch ganz überlassen?
00:12:18: Das war damals bei uns so.
00:12:20: Ich meine es war zehntausend neunzehn Wo wir in den alten Räumlichkeiten irgendwann an Limit gestoßen sind wo wir gesagt haben jetzt geht nichts mehr Damals mit sechs Leuten gestartet dann immer weiter gewachsen Von, ähm, im Jahr zwei tausend neunzehn waren wir denke ich so um die... ...zumundreißig Techniker.
00:12:37: So bei uns im Team.
00:12:39: Da haben wir schon gemerkt in den alten Räumlichkeiten da platzt es allen Nähten.
00:12:42: das Büro war unten die Arbeitsvorbereitung auch ganz am Ende des Raumes und der ganze Workflow war absolut innermorgen.
00:12:49: meine Frau saß am Ende mitten im Flur mit einem aufgestellten Rechnerm dann da irgendwie die Labor verplanung zu machen und Es lief einfach nicht rund weil einfach die Räumnigkeiten nicht entsprechend mehr dem Strukturen halt gegenüberstanden.
00:13:05: Wir haben gesagt, jetzt müssen wir was tun.
00:13:07: entweder wir verkleinern uns oder wir bauen neu und schaffen wirklich einen Rahmen ein Labor das wirklich auch dann unseren Prozessen entspricht.
00:13:17: Und da habe mein Vater und ich uns zusammengesetzt und haben wirklich aus Linenmanagement Gesichtspunkten versucht ... das Labor zu planen.
00:13:26: Mein Vater hat sich damals selber eine Architekten-Software gekauft und hat tatsächlich dann auch... ...selber die Plane gemacht, wo er dann rückwirkend am Ende sogar noch mal vom... ...Architekten glaube ich sogar nochmal Geld zurückverwiesen bekommen hatte,... ...weil er eben so viel Arbeit abgenommen hat.
00:13:41: Und... Da haben wir wirklich dann auch auf dem Boden aufgezeichnet.
00:13:44: Laufwege haben das Stromlinie für mich geplant, d.h.
00:13:49: im Zentrum steht die Arbeitsvorbereitung und als Büro von da aus fließt es in die Abteilung und kommt quasi in so einem Kreis wieder zurück und haben da halt wirklich versucht Aus Sicht der Arbeit und aus Sicht der Prozesse die Laborstruktur von zu bilden.
00:14:06: Und bei dieser Prozessökonomie spielt natürlich auch der Kunde eine große Rolle.
00:14:11: Ich fange mal an mit einer westfälischen Redensart, wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt es an der Badehose.
00:14:18: Will damit sagen?
00:14:19: Also oftmals hört man ja in den Laboren naja ... Der Kunde zieht nicht mit.
00:14:23: ich kann auf den Vorarbeiten, kann dich nicht weiter arbeiten.
00:14:26: das bringt ja alles gar nichts was wir uns hier überlegen im Labor Wenn der kunde nicht mitzieht.
00:14:31: also das ist ja so alles noch sehr inhomogen zwischen handgeschriebenen Auftragssettel und Botendienst.
00:14:38: Und komplett digitalem Datenaustausch wie Cloud, also das geht ja von bis die gesamte Palette.
00:14:44: aber diese Argumente der Mitarbeitenden zu dem Thema der Modernisierung der Labore sind die noch stichhaltig?
00:14:50: Wie entwickelt sich das aus Ihrer Sicht?
00:14:53: Ich glaube eine Erkenntnis ist dabei ganz wichtig und die haben wir damals auch gemacht wenn man einmal ganz zurückgeht.
00:15:02: Das ist das, was sich in den Köpfen der Leute so damals festgebrannt hat.
00:15:07: Als wir uns selbstständig gemacht haben oder als ich mein Vater besser gesagt damals selbstständigt gemacht habe musste man natürlich erst mal um sich zu etablieren, zu allem ja und Arm sagen.
00:15:17: Man musste jeden Auftrag annehmen und natürlich hundert Prozent Dienstleister sein für die Praxis, was nach wie vor absolut wichtig ist.
00:15:24: Damals war auch noch das Bild des Santichers bzw... Der Rang oder der Standing zum Zahnarzt nochmal ein anderes.
00:15:31: Mittlerweile befinden wir uns auf Augenhöhe und was man lernen muss, wenn man sich akzeptiert hat als Labor ist das man auch mal Nein sagen muss.
00:15:39: Und dass man Regeln setzen muss und dass man auch dem Zahnarz sagen kann wie man etwas braucht z.B.
00:15:46: hat bei uns deutlich die Abläufe verbessert hat oder Ruhe in den Betrieb reingebracht hat ist, dass wir z. B alle Reparaturen anmelden Also alles was planbar ist, sprich Unterfütterungen, Erweiterungen.
00:15:58: die werden angemeldet und über unser Webportal zum Beispiel vorangekündigt.
00:16:03: Und so können wir das dann auf unsere Techniker verplanen und sie sehen morgens Frühchen auf der Tagesliste dass Sie dann eine Unterfüchterung haben bis ihr reinbekommen.
00:16:11: Ist ein ganz anderes, eine ganz andere Wartungshaltung.
00:16:14: man geht ganz anders in den Tag rein und ist ja nicht gefrustert.
00:16:17: wenn um zehn Uhr noch irgendjemand einem dann die Schale auf dem Tisch knallt und sagt hier die muss heute noch machen Und da ist es halt wichtig, wirklich auch den Zahnarzt zu erklären.
00:16:25: Warum wir was machen?
00:16:27: Also am Ende ist immer Kommunikation das warum verstehen.
00:16:31: und wenn die Praxis das versteht.
00:16:32: Auch dass wir zum Beispiel längere Fertigungszeiten benötigen.
00:16:36: Das haben wir ganz gut in der Coronazeit etablieren können, dass wir zb für eine Einzelkrone also wir unterteilen das nicht so stark aber für Neuen Arbeitstage brauchen oder Zeit planen.
00:16:46: Da wird's ja nicht immer dran gehalten dann sind vielleicht mal sieben Aber im Schnitt klappt das sehr sehr gut.
00:16:52: Und wenn man vermitteln kann, warum das so ist?
00:16:54: Warum wir diese Zeiten brauchen.
00:16:56: Dann kommt dann Verständnis weil die Praxen kämpfen eigentlich mit diesen gleichen, mit den gleichen Thematiken wie wir und da ist einfach Verständnissen wichtig und halt auch konsequent sein Nein sagen können.
00:17:07: und aus der Erfahrung heraus habe ich tatsächlich gelernt dass manchmal sogar nein Die Kundenbindung verbessern kann.
00:17:17: also Wir hatten auch schon Praxens wo ich eigentlich Mit der wollen wir aber gar keine weitere Zusammenarbeit anstreben, weil das einfach nicht passt.
00:17:26: Und dann fängt man ein bisschen sprüder zu werden oder halt ein bisschen konsequenter zu sagen auch mal nein das geht nicht oder so ist nicht und irgendwie wurde dadurch die Zusammenarbeit witzigerweise besser.
00:17:38: also zum Teil wurden die Zahnärzte die Praxen sogar noch einmal haben nochmal mehr Arbeit geschickt und Das hat eine deutliche Verbesserung geschafft.
00:17:45: also da darf man sich nicht Nicht so viel Angst haben auch mal Nein zu sagen.
00:17:51: Sie haben das ja gerade angedeutet.
00:17:53: Ihr Vater hatte in der Gründungsphase nahezu alle Dienstleistungen erbracht, die von ihm verlangt wurden.
00:17:59: also das ging auch manchmal über das normale erträgliche Maß hinaus haltet nun viele Seminare und Vorträge.
00:18:06: Und dann werde ich manchmal gefragt, Herr Schneider wie bewerten Sie denn?
00:18:09: oder wenn sie mal in die Zukunft schauen was glauben Sie denn fünf oder zehn Jahren?
00:18:12: Wie sieht denn dort der Markt aus das Verhältnis-Labor Zahnarztpraxis aus?
00:18:17: Ich lasse mich zu der Aussage verleiten In der Zukunft wird es auch so sein dass sich Praxen bei den Talaboren zum Teil bewerben?
00:18:25: Ja weil ist in der Tat nach Ausdünnung.
00:18:27: ja im Markt gibt Klammer auffählende Nachfolge etc.
00:18:30: Würden Sie das teilen?
00:18:32: Absolut Geht da der Trend hin?
00:18:34: Ja, absolut.
00:18:35: Also wir hatten es in der Vergangenheit schon das Praxen angefragt haben.
00:18:40: Wir suchen noch einen Labor bzw nehmen sie uns als Zahnarztpraxis auf.
00:18:44: Das ist in der vergangenheit wirklich schon vorgekommen definitiv.
00:18:48: also ich sehe diese Tendenz auch.
00:18:50: Jetzt ist es ja bei Ihnen so, Sie wissen auch wie viel Zeit sie für eine Arbeit brauchen und sie planen.
00:18:55: das haben sie eben schon gesagt.
00:18:56: Wir haben also auch Zahlen darüber wie die Arbeitsabläufe sind und was ein Techniker sinnvollerweise qualitativ gut leisten kann an einem Tag und wie die Arbeiten verteilt werden müssen.
00:19:06: als ich damals zur Eröffnung dann für ein Interview bei ihnen im Labor gewesen bin Da war gerade das Thema Auftragsanahme und auch interne Arbeitsverteilung ein Thema, wie sie das organisieren wollten.
00:19:17: Auch digital eben mit Software organisieren wollen.
00:19:19: Es ging auch um Botenfahrten zu den Praxen die gestraft und strukturiert werden sollten nicht zuletzt aufgrund der Kosten.
00:19:25: Wie viel arbeiten kommen denn bei Ihnen heute schon digital rein?
00:19:28: Und wie organisieren Sie das mit Auftragsannahme, Arbeitsverteidigung und auch Botenfahrten?
00:19:34: Wer kümmert sich da um was und welche Kennzahlen brauchen Sie dafür?
00:19:39: ist es mittlerweile, und das ist sehr stark gestiegen.
00:19:41: Also wirklich im Vergleich zum letzten Jahr bestimmt um zehn, fünf Prozent ungefähr jetzt dass wir knapp die Hälfte an Aufträgen digitaler halten.
00:19:50: also der Entoralskernanteil ist signifikant gestiegen und steigt kontinuierlich weiter.
00:19:56: Wir unterscheiden natürlich kleine Workflows.
00:19:59: wenn eine konventionelle Abformung reinkommt läuft erst mal den Weg durch.
00:20:03: die Auftrags Annahme, genauso wie die digitale geht dann vorher in die Arbeitsvorbereitung.
00:20:09: Und dann landen bei uns die Arbeiten in der Eingangssichtung.
00:20:13: das heißt wir haben eine digitale Eingangssichtung und für die konventionellen Abformen einer Einggangssichtungen.
00:20:17: Das heißt alle Scans hier reinkommen werden gesichtet werden dann im Anschluss verplant.
00:20:24: Vorschauen wir noch dass wir alle Fragen klären.
00:20:26: zu der Arbeit also kommissionelle Analog wird einmal geschickt Wie ist die Abformung oder der Scan, wie es jetzt zusammen ist?
00:20:33: Haben wir alle nötige Informationen, steht die Zahnfarbe da drauf.
00:20:37: Was deutlich besser ist mittlerweile seitdem wir unser digitales Tool verwenden was halt den Zahnarzt an die Hand nimmt bei der Auftragserstellungen und auch nach allen Punkten fragt also zahnfarben Entthermie in versicherten Status.
00:20:50: wenn all diese Themen geklärt sind dann geht das bei uns in die Kapazitätenplanung.
00:20:54: dort haben wir zwei Teilzeitkräfte sitzen eine Jetzt haben wir uns eine Fachangestellte gewesen, die andere ist ne umgeschulte Zahntechingerin und im Prinzip für unser Labor.
00:21:07: Wir sind jetzt knapp ... ... forty-fünf Techniker insgesamt in Summe knapp über siebzig macht also dann unter dem Strich eine Person dann die komplette Kapazitätenplanung für unser Labor und verplanten die Arbeiten auf Technikerebene auf den Techniker.
00:21:22: das bedeutet jeder aus dem Team erhält morgens früh eine Tagesliste und sieht für die nächsten zwei Tage was hat der zu tun?
00:21:29: sieht seine Stunden, sieht seine Arbeiten und hat sozusagen dann eine Zuduliste für den Tag.
00:21:35: Und wenn diese abgearbeitet ist, kann die Person auf Feierabend machen.
00:21:39: Das heißt wir schauen da gar nicht so sehr oft die Zeiten
00:21:43: bzw.,
00:21:44: wenn jemand sein Tagesdollar reichert, dann kann er auch feierabende machen.
00:21:48: Dann bin ich auch gar nicht böse, wenn ich sehe dass jemand der eine hundert Prozent Auslastung hat eine Stunde früher Feierabend macht, dann denke ich mir nicht oh der macht nie ne Stunde sondern an sich freue mich weil ich weiß okay die Person ist eigentlich sogar schneller als der Durchschnitt und dann haben wir natürlich da noch mal die Möglichkeit ja eventuell nochmal mit der Arbeit nachzusteuern.
00:22:07: Und das kann man dann natürlich auch wieder im Gehalt widerspiegeln lassen.
00:22:12: Das steigert sicherlich die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber.
00:22:16: keine Frage jetzt sind sie ja nicht nur Zahntechniker sondern auch IT- und Softwareaffin und haben für das Labor auch eigene Anwendungen programmiert.
00:22:27: Sie haben jetzt aus ihrer eigenen Softwareentwicklung heraus ein kleines Startup entwickelt, erklären sie unseren Hörerinnen und Hörern worum es da geht?
00:22:34: Genau bei uns war's damals so dass wir unfassbar viele Rückfragen haben und nach Gesprächen mit anderen Laboren wurde mir das auch so zugesichert, das ist in allen Laboren so ich glaube das kennt jeder fehlender Auftragssertel, unvollständiger Auftragsertel.
00:22:49: Das ist an der Tagesordnung... Ich habe irgendwann gesagt, ich meine es war Jahrtausendundzwanzig, dass es ja eigentlich nicht sein kann das ein Großteil meines meiner Tagesaufgabe darin besteht den Praxen die eh zunehmend schwerer zu erreichen sind Die fehlen Informationen wie versicherten Staates eine Zahnfahrt hinterher zu telefonieren.
00:23:09: und da ich mir dachte muss doch irgendwas Besseres geben gab's aber nicht.
00:23:12: Und dann hab' ich angefangen mit DD zu spielen eine Software selber entwickeln zu lassen, habe dann damals mich aus Kostengründer zu entschieden mir selber das Programmieren beizubringen und selber eine Software zu entwickeln.
00:23:26: Der Kerngedanke war ein Auftragsformular was den Behandler an die Hand nimmt und alle Fragen dynamisch abfragt je nach Arbeitsart so dass nichts vergessen werden kann.
00:23:36: Und aus dieser Plattform heraus oder aus diesem Formular heraus ist dann weiterhin mehr entstanden.
00:23:41: also das heißt mittlerweile können unsere Praxen Botenfahrer darüber buchen, Kostenvorenschläge senden, Scans senden Material oder einen Artikulator ausleihen.
00:23:52: Bilder übermitteln über Smartphone dann ganz smart und das habe ich bei uns im Labor eingeführt.
00:23:59: Das benutzen über siebzig Prozent unserer Praxen regelmäßig also bei jedem Auftrag.
00:24:07: Da gab es irgendwann einen Punkt für mich zu sagen, okay das funktioniert bei uns im Labor.
00:24:11: Das möchte ich auch anderen Laboren zur Verfügung stellen und habe mich damit in der Softwarefirma zusammengetan und habe das Ganze jetzt professionell entwickeln lassen so dass auch andere Labore diese Software nutzen können erst mal noch als Kollaborationstool also um die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Praxis und Labor mit dem langfristigen Ziel aber dann eine vollwertige Labormanagement Software für Abrechnungen Kapazitäten Planung Charge-Dokumentation und weiter zu werden.
00:24:38: Das ist ein sehr, sehr spannendes Thema weil das ja dann auch die Chance ist das abzubilden was man als Struktur im Labor auch braucht.
00:24:46: jetzt kommen nach ihren Vorträgen wie zuletzt auf der Zahntechnik plus in Leipzig einige direkt uns sagen oh das will ich auch haben also kann man das schon bekommen?
00:24:55: Und
00:24:56: jetzt haben Sie Ihren Laden von Grund auf strukturiert.
00:25:01: Braucht es dafür damit diese Tools auch überhaupt was bringen?
00:25:04: Also ohne Struktur bringt auf die schönste Software nichts, ne.
00:25:08: Ja das ist richtig!
00:25:09: Am Ende ist Software immer nur ein Hilfsmittel und schlechte Prozesse zu digitalisieren bringt auch nichts.
00:25:18: Am Ende geht es Hand in Hand.
00:25:21: also man muss natürlich gucken dass man im Labor die Abläufe verbessert aber was man halt schon sagen kann am ende und das ist auch einen Ansatz im Lean Management Versuche an der Quelle oder von Anfang an Qualität zu erzeugen und es beginnt nun mal in der Praxis.
00:25:36: Und wenn wir das schaffen, einen validen vollständigen Auftrag wo alle Informationen stimmen zu erhalten dann haben wir schon eine sehr gute Grundlage die den Prozess schon von alleine daher verbessert.
00:25:47: Wenn man nicht mit dem Prozess nochmal irgendwie noch einmal nach der Zahnfarbe gefragt wird, die Produktion pausiert oder irgendwelche Rückfragen das ganze halt ins Banken bringen, wenn man das schon erreicht hat man schon deutlich erleichter und verbessern geschaffen.
00:26:03: Kann man denn die Software schon kaufen oder ist das jetzt noch in der Entwicklungsphase?
00:26:08: Es ist ein ständiger Prozess, man kann die Software erwerben und wir sind aktuell mit einigen Laboren in der Testphase und möchten nur weil es bei uns funktioniert heißt es ja nicht dass auch bei anderen funktioniert.
00:26:20: ich bin zwar sehr davon sehr zuversichtlich dass es so ist.
00:26:24: Wir testen gerade mit einige Labore und versuchen die Software dahingehend weiter zu optimieren, sodass diese für andere Labore auch perfekt massgeschneidert ist.
00:26:34: Aber wer interessiert es kann sich gerne bei mir melden und kann dieses Software schon beziehen.
00:26:40: Da tauchte ja automatisch die Frage auf ob das was sie der anbieten und entwickelt haben auch mit der Kommunikation via Telematik, Infrastruktur und Elaps zusammen.
00:26:50: viele Praxen nutzen ja den zugehörigen Kimmendienst bereits.
00:26:53: Die Anbindung ist auch Pflicht.
00:26:55: Für die Labore ist das ja freiwillig und aktuell hängt es wohl noch bei den nötigen Ausweisen via Handwerkskammern für den Zugang zur Telematikinfrastruktur.
00:27:04: Sollten sich die Laboren heute schon mit der ELAPS befassen?
00:27:08: Ja, ich habe mir auch diese Frage gestellt.
00:27:10: ELAPZ ist die Schnittstelle zum sicheren Datenaustausch im Rahmen der Telematic-Infrastruktur.
00:27:16: Diese ist ja für den Talabor noch keine Pflicht.
00:27:20: Ich habe mit entsprechenden Personen gesprochen, die auch in diesem Prozess involviert sind.
00:27:28: Es ist so dass es für den Talaborer erst mal nicht verpflichtend ist und auch in den nächsten Jahren erstmal nicht absehbar ist das es verpflichten wird.
00:27:35: also ich denke dass die Elabz-Schnittstelle im Zukunft eine große Rolle spielen wird und der Datenstandard werden wird in der Kommunikation aktuell natürlich noch nicht fürs Labor verpflichten und auch schwierig umzusetzen.
00:27:53: Es gibt, je nachdem in welchem Bundesland man sitzt, welche Handwerks kann man noch gar nicht die Möglichkeit überhaupt sich da zu registrieren?
00:28:03: Und dann hat man am Ende erstmal einen Zugang und... Dann ist es wieder die Frage wie bekommen wir die Daten, wie strukturiert sind die Daten?
00:28:11: Am Ende ist es quasi das Medium, sozusagen der Datenkanal für Sachen von A nach B zu transferieren.
00:28:16: Entscheidend wird am Ende die Prozesse, dass man dann wirklich darüber einen vollständigen Auftrag zum Beispiel beziehen kann.
00:28:24: und diese Prozese dieser Software wird am ende noch benötigt.
00:28:27: also das gibt's noch nicht.
00:28:28: Es gibt sozusagen die technische Grundlage sozusagen wie das Internet.
00:28:32: jetzt müssen wir jetzt Software entwickeln, die das nutzen kann um damit zu kommunizieren.
00:28:37: Ja das ist der Punkt, also momentan dass der letzte Stand den ich jetzt hier auch hatte.
00:28:40: Es gibt ja ein standardisiertes Auftragsformular, das ist entwickelt worden und es gibt auch schon erste Tests zwischen Praxisverwaltungssoftware-Systemen und zum Beispiel Dattexprogramm die es da gibt.
00:28:53: Aber es hängt bei den Handwerkskammern im Augenblick tatsächlich.
00:28:57: Das betrifft ja nicht nur die zahntechnische Labor, sondern auch die anderen Gesundheitshandwerke, die verpflichtend angebunden werden müssen – das ist dann wieder was anderes in der Zahntechnik, müssen die das nicht -, aber es hinkt an den nötigen Heilberufsausweisen oder Berufsausweisen, die da ausgegeben werden müssen.
00:29:15: Bleibt spannend und parallel überholt uns die KI von rechts und links, weil das Thema und das Thema KI kommen in diesen ganzen Bereichen auch bei Arbeitsstrukturierungen geht ja nicht mehr darum herum.
00:29:27: Das ist ja auch bei Ihnen ein Thema.
00:29:29: Nutzen Sie KI oder werden sie KI für Ihre Software nutzen?
00:29:32: Und wo liegt aus Ihrer Sicht da das Potenzial?
00:29:35: aber wohl liegen vielleicht auch Risiken?
00:29:38: Also aktuell benutze ich im privaten KI deutlich mehr als beruflichen Kontext.
00:29:42: klar für Arbeitszeugnisse oder Dinge, die man dann textlich machen muss nutze ich es ganz gerne auch im beruflichen Kontext.
00:29:50: Die Perspektiven sind da und das Potenzial ist riesig, wenn man allein daran denkt vielleicht Tourenplanungen zu optimieren als die Bootenfahrten, Live-Tracking aber auch generell das ganze Thema Auswertung.
00:30:04: Kapazitätenplanung ist ein großes Thema, wenn eine künstliche Intelligenz sehen kann wo sie in Engpässe, es kann selbstlernend aus den Überstunden die richtigen Arbeitskontigente oder auch die richtige Konstellation, welche Arbeitspackage zusammen ausgeführt werden.
00:30:24: Optimieren also in der Prozesssteuerung ist da noch ein wahnes Potenzial.
00:30:29: Aktuell gibt es keine Software, die das in dem Rahmen nutzt.
00:30:33: Es gibt erste Ansätze, KI-basierte Abrechnungen was auch ein spannendes Thema ist aber noch nichts was so richtig konsequent Sinn macht.
00:30:42: Das wird langfristig sein und Wir beschäftigen uns auch mit dem Thema Künstliche Intelligenz, jetzt aktuell in der aktuellen Software so noch nicht.
00:30:51: Aber wir haben auch eine starke Perspektive da drauf und ich denke gerade das Thema KI aber auch die Schnittstellen Kollaboration Kommunikation der einzelnen Software untereinander Das ist auch nochmal ein ganz wichtiger Punkt und dass wird kommen neben der Fertigung natürlich der digitalen Fertigungen wo wir künstliche mit künstlichen Intelligenzen Kronen konstruieren können.
00:31:14: Das wird wahrscheinlich auch nochmal einiges verändern, wenn dann auch größere Rahmengeversorgung damit umsetzbar sind.
00:31:21: Ganz spannend!
00:31:22: Da beschäftigen sich ja alle Branchen momentan intensiv mit und wir hatten es bereits schon angesprochen ohne eine gedankliche Investition in die eigene Labor- und Arbeitsstruktur, ohne dass man sich mit den grundlegenden betriebswirtschaftlichen Fragen von Laborprozessen befasst hilft auch dann die schönste Software nix.
00:31:42: Also das muss ja am Ende vielleicht sogar vorher stehen.
00:31:45: Jetzt nehme ich für mich persönlich wahr, dass es eine sehr ausgedünnte qualifizierte Beraterwelt in der Laborwelt gibt.
00:31:53: Ich stelle mir mal vor Sie sind der Berater.
00:31:55: was raten sie denn an den Laborinhabern?
00:31:57: Wie geht man davor?
00:32:00: Permanenten Strukturierung am Leben.
00:32:04: Was viel bringt, ist erst mal die Blickweise zu verändern?
00:32:09: Im Lean Management gibt es sozusagen die Brille der Verschwendung nennt man das.
00:32:12: Wenn man mal mit offenen Augen durchs Labor geht und einfach sich mal wirklich Prozesse anschaut, schaut sich an was läuft gut, was läuft nicht gut dann wird mal erschrocken sein wie viele Optimierungsbedarf da ist oder wieviel einem da auffällt.
00:32:25: Das tut schon manchmal sogar weh.
00:32:27: ich habe das auch irgendwann viel zu konsequent irgendwann gehabt, dass man zum Teil auch irgendwie das Gefühl hat gar nicht funktioniert oder alles läuft schlecht.
00:32:36: Wenn man einfach mit so einem starken Bewusstsein auf die Prozesse guckt und man sieht überall den Bedarf und das Potenzial aber wichtig ist wirklich einfach von außen drauf zu schauen und einfach nochmal den status quo in Frage zu stellen.
00:32:53: und das kommt bei uns auch nicht selten vor.
00:32:56: im Beispiel z.B.
00:32:57: aus letzter Woche Wir haben immer regelmäßige Cutcom-Meetings oder generell Teammeetings in jeder Abteilung, dass wir einmal die Woche alle Themen besprechen, die so anfallen.
00:33:07: Also auch das wäre jetzt zum Beispiel ein Tipp von mir, dass man versucht wirklich innerhalb der Abteilungen oder im Team hier nach Laborgröße regelmäßigen Teammeeting einzustellen wo wir dann diese Themen die Anfallen besprechen.
00:33:22: und da war es zum Beispiel letztens auch so bei einer Maschine anscheinend, wie der Fräser leicht abgebrochen war und die PMMA-Passung nicht gut war.
00:33:31: Und dann sind alle Techniker auf eine andere Maschine ausgewichen... ...und als ich dann was fräs musste und festgestellt habe das ist zu eng kam nur die Aussage ja das ist schon ne Woche so!
00:33:42: Das ist halt so das was wir auch überall kennen.
00:33:44: also es passieren Dinge oder funktionieren Dinge nicht und da wird er so hingenommen einfach akzeptiert.
00:33:51: Dann wird man immer so oder ist schon lange so.
00:33:54: Und das ist natürlich nicht nur, was man sich selber antrainieren muss.
00:33:57: Aber es muss man versuchen im Team zu vermitteln diese Kultur, dass man halt wenn Dinge passieren oder Sachen nicht gut laufen, dass alle Leute den Fokus darauf legen und versuchen da mitzuziehen und gemeinsam eine Lösung finden.
00:34:12: Ich denke, das ist wichtig also diese Sensibilisierung im Team einfach auch mal das zu hinterfragen und zu versuchen dann wieder der Verbesserung zu erreichen.
00:34:22: sehr spannender Hinweis ist glaube ich immer Arbeit am Objekt, man ist ständig dran.
00:34:27: Nun ist bei Ihnen ja tatsächlich aktuell Raschauer im Leben.
00:34:30: Sie sind ein junger Zahntechnikermeister, sie haben ihr eigenes Start-up, haben sich eben erzählt, sie sind in der Familiengründungsphase und sie sind auch noch Geschäftsführer im Labor.
00:34:37: das kommt ja nur noch dazu.
00:34:39: Sie haben viele Ideen und viele spannende Konzepte und sie haben sich aber gemeinsam mit ihrem Vater nun entschieden das Labor eine Gruppe einzubinden.
00:34:46: warum?
00:34:47: Genau wir sind seit Ende letzten Jahres Teil der Delabor Group.
00:34:52: Das war nicht der eine Grund, der uns hat entscheiden lassen in Teil der Gruppe zu werden.
00:34:57: Es waren mehrere Faktoren.
00:34:59: Man fahrt das jetzt dreiundsechzig und so langsam rückt der Ruhestand näher.
00:35:03: Und das war ein Baustell, wo wir gesagt haben okay wie geht es jetzt weiter?
00:35:08: Ich traue mir das absolut als alleiniger Geschäftsführer zu und das mache ich jetzt auch schon gut eine halbe Jahr.
00:35:14: Es sind die Themen in der Zukunft, wo Wir wissen oder Nichtwissen.
00:35:19: Wie wird das Ganze?
00:35:20: Die Zukunft ist ja, glaube ich war noch nie so unwissig oder unvorhersehbar wie jetzt.
00:35:28: Uns ist wichtig dass wir halt ein Stück Sicherheit gewinnen und dass man die Synergien in der Gruppe nutzt.
00:35:34: also gerade bei dem Thema Outsourcing.
00:35:37: zunehmend haben wir hohe Kapazitätsspitzen Produktionsspitze Und das natürlich für uns super.
00:35:45: wenn wir die Möglichkeit haben innerhalb der Gruppen dann auch Arbeitsleistung auch zu sourcen, sich es gegenseits unterstützen und diese Synergien die machen Sinn.
00:35:55: Und da war's uns wichtig einfach einen starken Partner zu finden mit dem wir dann in der Zukunft gut aufgestellt sind.
00:36:02: Ja spannend auf jeden Fall!
00:36:04: Wenn wir das gegenüberstellen mit den Investoren-Tätigkeiten im Praxisbereich, dann sind sie ja viel weniger von regulatorisch belastet als dass nun die Vertragszahenerzte sind.
00:36:16: Das ist dem rechtlichen Rahmenbedingungen geschuldet.
00:36:21: Ist das ein Trend der sich durchsetzen wird?
00:36:25: Ich will damit sagen hat wenn Sie in die Zukunft schauen, das Einzellabor vielleicht die lokale Laborgruppe, die sich aus mehreren vielleicht Laboren zusammenschließen haben die noch eine Chance?
00:36:35: oder wären die sogenannten Gruppenlaborer- oder Investorenlaborketten dem Markt überrollen?
00:36:41: Was glauben Sie?
00:36:42: Also es ist ja eine Konsolidierung im Markt zu erkennen.
00:36:45: Der Trend ist klar, ob es jetzt direkt auf Gruppen und Investorenkruppen hinausläuft – das weiß ich nicht!
00:36:51: Es gibt auch schöne Verbunde wie die Kompetent- oder DentalGen-Laborverbunde, die jetzt nicht Investoren geführt sind.
00:37:00: Ich denke schon in der Zukunft auf Partnerschaften ankommt und das zunehmend stärker wird, ob das jetzt direkt dann mit den Investoren dann notwendig ist.
00:37:10: Das ist die andere Frage.
00:37:12: aber ich glaube schon dass es so Allianzbildung oder eine Konsolidierung in irgendeiner Form deutlich stärker werden.
00:37:19: Also Netzwerkbildung und Zusammenschlüsse in welcher Form auch immer da kann das Bild ja ruhig bunt sein.
00:37:25: also Das denke ich würde auch so kommen.
00:37:28: Jetzt schauen wir mal noch weiter in die Zukunft, wie wird denn die Zahntechnik in fünf Jahren aussehen und welchen Einfluss hat das auf die gewerblichen Labore?
00:37:36: Ein Punkt haben wir ja schon mal diskutiert dass wir beide gemeinsam glauben, dass sich in Zukunft mehr und mehr des Verhältnislaborpraxis auf Augenhöhe bewegen muss bis hin zu gemeinsame Zusammenarbeit im Bereich der Digitalisierung möglicherweise im Rahmen des rechtlich zulässigen Zusammenarbeit
00:37:56: etc.,
00:37:58: wie sieht das aus Ihrem Blickwinkel heraus?
00:38:01: Ich denke auch, dass die Zusammenarbeit deutlich kollaborativer wird.
00:38:05: Also auf Softwareseite wird es dort deutlich mehr Schnittstellen geben – auch wenn man an die Kommunikation bzw.
00:38:12: die Schnittstelle inzwischen Praxis- und Laborsoftware denkt, dass man da vielleicht einen direkten Datenaustausch hat.
00:38:18: Also Kommunikations wird besser werden, die Zusammenarbeiten auch die Möglichkeit Dinge zu visualisieren.
00:38:24: also für mich ist es wichtig Und das ist, was auch im Grunde warum wir uns damals der Delabe-Gruppe angeschlossen haben.
00:38:32: Ist die Idee oder auch diese, dieses Brennen für Organisationen und für Optimierung einfach für das Thema Stressreduktion weil das ist in Sicht der Kern.
00:38:42: so ist auch der Titel der Software.
00:38:45: unserer Slogan also Dentalhead heißt Software von Stress zur Struktur.
00:38:50: ich sehe mich in Zukunft in den Laboren innerhalb der Gruppe, in anderen Laboren bei uns im Labor aber auch dann auf der Software Seite irgendwo so auch als Botschafter die Umstände in den Laboren zu verbessern, Kommunikation zu verbesseren Strukturen zu etablieren und einfach das Labor und die Zusammenarbeit eine Praxis anstückweit zu verbessert.
00:39:13: Das ist ein sehr schöner Schlussgedanken gibt, glaube ich sehr viele positive Impulse für alle jungen Leute und auch die Älteren, die draußen sitzen und sagen wir müssen was ändern.
00:39:24: Und wir ändern etwas und macht glaube ich auch viel Mut da an der Sache dran zu bleiben.
00:39:28: Lieber Nikolas, vielen Dank für diese tollen Einblicke und viel Erfolg weiterhin bei der Arbeit am und im Labor und natürlich auch für die Familie.
00:39:38: Ich fand diesen letzten Punkt ganz bedeutsam nochmal Herr Beher Botschafter zu werden, für das was man gerne macht.
00:39:46: Für dass man brennt.
00:39:47: Wir haben das Thema der Personalrekrutierung am Markt.
00:39:49: es wird immer schwieriger junge Menschen für dieses Thema zu begeistern.
00:39:53: wir brauchen dann auch diese Botschafta die Botschaft in den Laboren, die Botschafter in den Praxen, die Botschafter im Markt, die für ihr Thema Eintreten spannend darstellen können bis hin zur Kreierung von neuen Berufsformen und was auch immer.
00:40:09: Ich bin ganz beseelt auch nach diesem Gespräch, dass Sie dieser Linie folgen und freue mich einfach.
00:40:15: Wenn sie mögen bleiben wir weiterhin im Kontakt beobachten weiter in ihren Weg Und auch ich bedanke mich ganz herzlich für diese vielen Impulse die sie uns heute gegeben haben.
00:40:25: Ganz viel Dank!
00:40:25: Ich habe mich zu bedanken.
00:40:29: Das war Dental Minds der Info Podcast für Zahnarztpraxis & Labor diesmal mit Zahntechnikermeister Nikolas Beer zum Thema Digitalisierung und Struktur im Dentalabor zur Jungenzahntechnik.
00:40:40: Vielen Dank fürs Zuhören!
00:40:42: Wir freuen uns, wenn Sie unseren Podcast bei Spotify oder bei Apple-Podcasts bewerten und wenn sie ihn natürlich beim Dienst Ihrer Wahl abonnieren.
00:40:49: Es gibt jeden ersten Donnerstag am Monat eine neue Folge überall da wo es Podcasts gibt.
00:40:55: Wenn Sie Anmerkungen oder Fragen zu dieser Folge haben dann schreiben Sie uns doch einfach ein E-Mail an podcastadquintessence.de.
00:41:02: Alle Links und Adressen zum mehr Informationen zu unserem Thema finden Sie wie immer in den Shownotes.
00:41:08: Vielen Dank fürs Zuhören.